Gedankenfutter und ein Leopardenbrot

20. Februar 2016

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Laut Statistik eines großen Online-Shops bin ich ein sehr durchschnittlicher Mensch. Ich mag, was viele mögen, das zeigen mir meine "individuellen" Kaufempfehlungen.
Tatsächlich bin ich kein Mensch der Extreme liebt. Der Winter ist mir meistens zu kalt, der Sommer zu heiß. Heavy Metall ist mir zu laut, ein Harfenkonzert zu leise. Die Großstadt ist mir oft zu voll, in der Waldhütte bin ich allerdings einsam.
Aber ansonsten? Ich schreie nicht "hier bin ich", halte allerdings auch nicht den Mund, wenn es etwas zu sagen gibt. Hier auf dem Blog gibt es weder Sterneküche, noch Fertigfutter und im Grunde fühle ich mich ganz wohl in dieser Mitte.
Aber ist das nicht ein bisschen... langweilig? Unauffällig? 
Nicht Pfeffer, nicht Salz zu sein - nicht Cola oder Fanta, sondern... der Mezzo-Mix?
Nicht die Alpen oder das Meer, sondern das seenreiche Mittelgebirge?
Weder XXL-Burger noch Size Zero Häppchen?

Nein, langweilig ist es nie. Manchmal ist es sogar ziemlich anstrengend in der Mitte von allem zu sein. Oft bedeutet das nämlich zu VerMITTEln. Zwei Extreme zu einen. Zwischen zwei Meinungen zu stehen. Den einen UND den anderen zu verstehen, die graue Schicht zwischen schwarz und weiß zu sein. Hin- und hergerissen zwischen hop oder top. Zwischen "das kannst du jetzt echt nicht machen" und "wäre das 'ne tolle Sache".

Wieso erzähle ich euch das alles? Weil ich in letzter Zeit zwischen vielen Stühlen gestanden habe und ich mich dringend setzen muss. Gerne in die Mitte. Mit einer eigenen Meinung und genug Selbstbewusstsein, nehme ich jetzt meinen eigenen Stuhl und schaue von dort aus nach links und rechts. Diese Schnittmenge ist nämlich herrlich bunt und engt die Seele weniger ein als stur in eine Richtung zu denken.
Das mal als kleine Ermutigung an alle da draußen, die mit ihrer "Massentauglichkeit" unzufrieden sind. Wir sind völlig in Ordnung so ♥

Passend zu diesen wilden und bunten Gedanken gibt es jetzt ein Rezept für euch, das ich vor einigen Tagen im Internet entdeckt habe und unbedingt ausprobieren wollte. Es ist überhaupt nicht schwer, sieht super aus und schmeckt herrlich fluffig.

Leoparden-Brot

Leoprint Brot Jankes Soulfood

Zutaten (nach diesem Originalrezept):
  • 250ml Milch + 2-3EL Milch
  • etwas gemahlene oder frische Vanille 
  • 1/2 TL Salz
  • 25 g Maisstärke
  • 50 g Butter
  • 375 g Mehl
  • 70 g Zucker
  • 1/2 Päckchen Trockenhefe oder 10g frische Hefe
  • ca. 20 g Kakao

Milch, Vanille, Salz und Maisstärke bei mittlerer Hitze aufkochen lassen, bis sich die Masse verdickt. Vom Herd nehmen und die Butter in kleinen Stücken hinzugeben. So lange rühren, bis sich die Butter vollständig aufgelöst und verbunden hat. Etwas abkühlen lassen. Die Hefe mag es zwar warm, aber nicht heiß!

Mehl, Zucker und Hefe in einer Schüssel vermischen und die abgekühlte Milchmasse dazu geben. Alles zu einem homogenen Teig verkneten.
Um die drei Farben herzustellen, wird der Teig zuerst halbiert. Eine Hälfte beiseite Stellen, die andere ein weiteres Mal halbieren.

In einer zweiten Schüssel 4g Kakao, 1 EL Milch und eine der kleinen Teighälften ordentlich miteinander verkneten.
Für den ganz dunklen Teig werden in einer 3. Schüssel 15g Kakao, 1 EL Milch und die zweite kleine Teighälfte verknetet. Alle Teigkugeln abgedeckt bei Raumtemperatur 90 Minuten gehen lassen.

Anschließend wird jeder Teig in 7 Stücke geteilt und zu Kugeln gerollt (also insgesamt 21 Teigkugeln).
Dann beginnt ihr mit dem hellbraunen Teig. Dieser wird zu gleich langen Rollen geformt. Orientiert euch dabei an der Größe eurer Backform.
Auch die dunkelbraunen Teigkugeln werden ausgerollt und mit einem Nudelholz flach gedrückt. Sie sollten genauso lang sein, wie die hellbraunen Teigrollen und diese in der Breite ganz umschließen können.

Genau das ist nämlich der nächste Schritt: wickelt den hellbraunen Teig komplett in den dunkelbraunen Teig ein. Gleiches wiederholt ihr mit den entstandenen Rollen und dem hellen Teig.

Die fertigen Teigrollen werden in eine gefettete Kastenform gelegt. Damit das Muster nicht zu gleichmäßig wird, könnt ihr sie übereinander schlagen oder an manchen Ecken andrücken.
Form abdecken und Teig gehen lassen, bis er etwa doppelt so groß ist.
Vor dem Backen das Brot mit Milch bestreichen und bei 160-170°C Umlauft für etwa 40 Minuten backen. Nach dem Abkühlen vorsichtig aus der Form holen, damit die Rollen nicht auseinandergehen.
Am besten schmeckt das Leobrot frisch und noch lauwarm. Habt einen schönen Sonntag, ihr Lieben. Eure Janke

Leoprint bread - Jankes Soulfood

leoprint bread - Jankes Soulfood


Kommentare:

  1. Das sieht unfassbar cool aus - wird garantiert nachgebacken

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  2. Oh das sieht toll aus, ist genau das richtige für meine Kleine. Eine Überraschung beim aufschneiden. :)

    Und Deine Gedanken finde ich toll, Mitte ja, einfach sicher nicht. Aber einfach ist es wohl nur, wenn man immer mit dem Strom schwimmt und sich keine eigenen Gedanken macht...

    Alles Liebe
    Anita ★

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  3. Janke, Du schreibst mir aus der Seele!!! Ich bin in vielem auch Mitte, so wie Du das schreibst, teste die Extreme zwar aus (was beim Verständnis und Vermitteln hilft) und nehme von allem etwas mit und bleibe doch in einem Rahmen ohne Extreme. Das wird manchmal zu viel, zu anstrengend. Aber Extreme zu leben wäre mir auch zu anstrengend.

    Und das Leopardenbrot hatte ich auch irgendwo gesehen. Schön, dass es Dir so gut gelungen ist. Und statt vieler Worte ist das Zwischenfoto genial - da kriegt jeder auf einen Blick mit, wo das Geheimnis ist. Anders als bei uns, die wir so scheinen, als seien wir leicht zu durchschauen. ;-)

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  4. Das BRot habe ich nun schön öfters gesehen und bin jedes Mal begeistert, sieht so lustig aus...Und natürlich auch unglaublich lecker!Muss ich unbedingt auch mal probieren!
    LIebe Grüsse,
    Krisi

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  5. Auch ich finde Deine Gedanken gut und sehr interessant.
    Das Brot schaut genial aus, aber dass es so ganz einfach zu machen geht finde ich nicht. Vielleicht probiere ich es mal, aber für mich alleine? Die Überraschung beim Anschneiden wird wohl nicht sehr groß ausfallen. (lach) LG Heide

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  6. Ich hab noch niemals in einem Foodblog gepostet, denn ich bin ne alte Tante mit fast 65. Aber jetzt muss ich einfach... :-)
    ich HASSE es, wenn alle Menschen immer cooler, besser, schicker, angesagter sein wollen. Was man alles für einen hochtrabenden Müll liest, ist manchmal nur schwer bekömmlich. Darum finde ich persönlich: Du hebst Dich ab. Auch wenn Du selbst vielleicht höhere Ansprüche an Dich hast. Und ich kann Dir nur raten, dich "in der Mitte" so gemütlich breit zu machen, wie es nur geht. Sonst geht es Dir vielleicht eines Tages mit 65 so, dass Du denkst - hätte ich nur mal gesehen, wie toll ich mein Leben geregelt bekommen habe. Hätte ich nur nie gedacht, ich bin langweilig, Mittelmaß. Weißt Du, erst im Rückblick erkennt man seine Stärken wirklich.(Und die meisten Männer wollen gar keine SuperÜberfliegerFrauen).
    Leider möchte sich heute niemand mehr in der Mitte befinden. Jeder will absolut top sein. Anders. Und dabei machen alle dasselbe. Aber es ist entspannter und ein Absturz wesentlich tiefer :-) wenn man nicht so hoch fliegt.
    Wünsche Dir ein zufriedenes Leben.
    Und das Brot ist superschön.


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  7. Hallo liebe Janke,
    dein Leopardenbrot ist große Klasse! Und grade weil es aus dem Durchschnitt fällt ;-) So ist das mit den Menschen ja auch! Einer der Gründe warum ich deinen Blog auch gerne lese :-)
    Tolles Rezept!
    LG Eva

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  8. Hm, ich bin ja eigentlich gar kein Brotesser, aber das sieht so lecker aus. Das landet wohl doch mal auf der To-Do-Liste!
    Aber was anderes...
    Mittelmaß.. Als ich das gelesen habe, musste ich kurz nachdenken... Du kochst und das so wie ich hoffe doch sicher gerne. Damit bist du heutzutage alles andere als Mittelmaß. Das hat heute eher Seltenheitswert. Und jetzt mal ehrlich, lieber sehe ich normales Essen auf Blogs, als so hoch gekünsteltes Zeug. Das ist auch viel inspirierender für einen selbst.
    Darüber hinaus... was ist schon Mittelmaß? :)

    LG Caro

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